Lissabon November 2016

Kurz vor der WebSummit waren wir in Lissabon, um uns auch die lokale VC-Szene anzuschauen. Insgesamt ist diese zwar noch klein, aber sehr aktiv. Folgende Punkte sind uns aufgefallen:
  • Lissabon ist eine sehr schöne Stadt mit hohem Lebenswert. Darüberhinaus fühlt man sich willkommen. Es wird fast überall Englisch (fängt beim Taxifahrer an und geht beim Restaurantbesuch weiter) gesprochen.
  • Sowohl die getroffenen VCs als auch die Gründer könnten von Ihrem Mindset auch in D oder GB leben: Sowohl das Denken, der Anspruch als auch die Themen sind auf hohem Niveau.
  • Die Szene wird durch mehrere staatliche Stellen und Banken vorangetrieben und unterstützt.
  • Auch die strukturellen Themen wie Infrastruktur, e-Government etc. werden als sehr gut bezeichnet, lediglich bei Rechtsstreitigkeiten scheint das System sehr langsam zu funktionieren.
  • Überraschenderweise orientieren sich die Portugiesen anscheinend kaum nach Südamerika (ist zu unsicher, liegen technologisch zu weit hinten etc.) sondern denken zum Start an den iberischen Markt, dann aber immer global – über London (manchmal auch Berlin) oder direkt ins Valley.
  • Unsere Vermutung ist, dass der Frühphasen-VC Markt derzeit gute 10 ME jährlich groß ist, Tendenz steigend.
It´s definitily a place to watch! Ich werde sehr gern wiederkommen.     PS: siehe auch The Gurdian: Sun, surf and low rents: why Lisbon could be the next tech capital  
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Kalifornien-Reise

Anfang Oktober habe ich an einer von meinem Investorenkreis b-to-v organisierten Reise nach Kalifornien teilgenommen. Wir haben 5 Tage lang etliche Unternehmen, VCs, Incubatoren, Angels etc. getroffen. Die Reise war anstrengend aber extrem interessant. Mein Highlights waren:
  • Steve Bengston, PWC, hat uns einen perfekten Überblick über den VC-Markt gegeben. Ergebnis: der Markt ist sehr groß, er wird wohl eher kleiner werden, das Silicon Valley ist nicht mehr der Nabel der Welt. Außerdem muss die VC-Industrie als ganzes beweisen, dass die schlechten Renditezahlen der vergangen Jahre die Ausnahme waren.
  • Besuch des Google Headquarters. Dank Greg konnten wir die Atmosphäre auf dem Google Campus erleben.
  • Stanford University und der Uni Berkeley: Ich habe mich schon immer gefreut, über solch ehrwürdigen Unis mehr zu erfahren.
  • Besuche etlicher VCs: Man merkt auf der einen Seite, dass sich die Industrie im Umbruch befindet und sich neu erfinden muss. Auf der anderen Seite haben wir sehr viele Menschen getroffen, die klasklar und sehr schnell die Themen auf den Punkt bringen können. Dies war sehr spannend. Besonderen Dank an Tim von Norwest Venture Partners, Matt von Benchmark, Howard von August Capital, Tod von Shasta Ventures und Thomas von CMEA Capital.
  • Besonders herausragend war, dass es b-to-v geschafft hat, den Goodfather der VC-Industrie, Michael Moritz von Sequoia, für ein privates Dinner zu gewinnen. Sehr lässig !
  • Eine für mich neue Entwicklung im Valley sind die sog. Superangels. Diese sind etablierte Angels, die nicht mehr nur ihr eigenes Geld invstieren, sondern quasi kleine Fonds gegründet haben, aber ohne weiteren Overhead in sehr viele Firmen gleichzeitig investieren. Ich bin sehr gespannt, wie nachhaltig diese Entwicklung ist.
  • Die einhellige Meinung aller Angels im Valley war, dass es einen “war of talents” gibt. Einer der Hauptgründe dafür sind die hohen Gehälter, die die großen Player wie Google, Facebook etc. zahlen/zahlen können. Teilweise scheint der Markt daher überhitzt. Anders ist für mich nicht zu erklären, dass auch ganz junge Firmen sehr schnell von den Großen aufgekauft werden.
  • Sehr interessant war auch der Besuch der Incubatoren, besonders beeindruckend fand ich Thomas und sein neugegründetes AngelPad.
  • Dank Daniel konnten wir das Tesla-Headquarter besuchen! Schaut alles sehr professionell aus – neben den Labors z.B. für´s Batterietesten hat mich besonders die ganze Etage voller Ingenieure beeindruckt.
  • Last but not least hatte ich das Gefühl, dass sich unser deutscher Lifestyle dem an der Westküste schon recht angenähert hat und dass für viele Amerikaner unser gutes alte Europa weiterhin “Offshore” ist. Dies wird sich wohl auch nicht mehr ändern, da sich die Amerikaner ganz bewusst auf die Wachstums- und zukünftigen Riesenmärkte einstellen: China und Indien.
An dieser Stelle möchte ich mich für die Gastfreundschaft der Amerikaner bedanken – es waren tolle Tage !
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